Vom Amsterdam Dance Event zu internationalen Festivals: die Geschichte hinter No Risk
Wer heute über Festivals wie Pinkpop, Lowlands oder Mysteryland läuft, denkt selten darüber nach, was hinter den Kulissen alles geregelt werden muss, damit eine Veranstaltung sicher und erfolgreich stattfinden kann. Risiken, Haftung und unvorhergesehene Situationen spielen dabei jedoch eine wichtige Rolle. Für Ronald Hoogenbos und Maarten van Denderen, die Gründer von No Risk, wurde diese Welt zum Ausgangspunkt für eine Spezialisierung, mit der sie seit vielen Jahren in der Eventbranche aktiv sind.
Eine gemeinsame Leidenschaft als Ausgangspunkt
Obwohl Ronald und Maarten beide in Zwanenburg aufgewachsen sind, lernten sie sich erst 2003 bei einem Hypothekenkurs in Akersloot kennen. Die Verbindung war sofort da. Sie teilten dieselbe unternehmerische Haltung, Neugier und Liebe zu Musik und Veranstaltungen. Bei Maarten begann diese Leidenschaft schon früh. Ein Besuch bei Thunderdome im Thialf hinterließ einen so starken Eindruck, dass Festivals und Konzerte über Jahre hinweg einen festen Platz in seinem Leben einnahmen.
Nach ihrer ersten Begegnung blieben sie in Kontakt. Nicht viel später stieg Maarten bei J&H Verzekeringen ein, dem Unternehmen von Ronald. Gemeinsam bauten sie das Unternehmen weiter aus und stellten fest, dass sich ihr Interesse immer stärker auf den kreativen Sektor richtete. Über Payroll-Konstruktionen, Hypotheken und Versicherungen arbeiteten sie täglich mit Produzenten, Technikern, Künstlern und anderen Kreativen zusammen. Diese Welt sprach sie an, weil Kreativität, Produktion und Zusammenarbeit dort im Mittelpunkt stehen.
Eine Krise, die neue Chancen eröffnete
Die Finanzkrise von 2008 wurde zu einem wichtigen Wendepunkt. Als der Hypothekenmarkt weitgehend zum Stillstand kam, suchten Maarten und Ronald nach neuen Wachstumsmöglichkeiten. Über ihr bestehendes Netzwerk erkannten sie einen klaren Bedarf in den kreativen Branchen. Veranstalter hatten mit komplexen Antragsprozessen und Versicherungsprodukten zu kämpfen, die nicht ausreichend zur Praxis passten. Während Maarten immer tiefer in die Eventbranche eintauchte, konzentrierte sich Ronald stärker auf die Filmwelt.
Statt sofort eine Lösung zu entwickeln, entschied sich Maarten zunächst dafür, die Eventbranche besser kennenzulernen. Durch Gespräche mit Veranstaltern gewann er ein klares Bild von ihren Herausforderungen und entwickelte anschließend Versicherungslösungen aus der Praxis heraus. Dieser Ansatz bildet bis heute die Grundlage von No Risk.
Amsterdam Dance Event als Sprungbrett
Eine wichtige Rolle in dieser Entwicklung spielte das Amsterdam Dance Event (ADE). Was heute eine weltweit bekannte Veranstaltung ist, war damals für Maarten vor allem ein Ort, um Beziehungen aufzubauen und die Branche besser zu verstehen. DJ Broadcast brachte sie dabei mit vielen Menschen aus der Industrie in Kontakt. Über ADE, DJ Broadcast und später auch Eurosonic Noorderslag wuchs ihr Netzwerk schnell. Das Produkt von No Risk machte eine Veranstaltung vielleicht nicht unterhaltsamer, erfüllte aber einen klaren Bedarf. Veranstalter empfahlen einander weiter, und Schritt für Schritt baute No Risk eine starke Position in einem Nischenmarkt auf, in dem Fachwissen entscheidend ist.
Nicht am Rand, sondern mitten in der Branche
Der eigentliche Unterschied entstand vor Ort. Maarten war auf Festivals, Konzerten und Veranstaltungen in den gesamten Niederlanden sichtbar. In manchen Saisons besuchte er Dutzende Festivals. Nicht, um Visitenkarten zu verteilen, sondern um zu verstehen, wie Veranstaltungen wirklich funktionieren.
Dieses Engagement wurde zu ihrer besonderen Stärke. Veranstalter sahen No Risk nicht als traditionellen Versicherer, sondern als Partner, der ihre Welt versteht und dieselbe Sprache spricht. Durch Mundpropaganda wuchs das Netzwerk gemeinsam mit der Branche.
Mehr als fünfzehn Jahre später arbeitet No Risk für einige der größten Festivals, Konzerte und Produktionen in den Niederlanden und darüber hinaus. Die Grundlage ist jedoch dieselbe geblieben: Veranstaltern zuhören, verstehen, was spielt, und wirklich präsent sein, wenn es darauf ankommt.