Veranstaltungen und Nachhaltigkeit: so planen Sie verantwortungsbewusst
Musikfestivals und andere Großveranstaltungen stehen gerade im Fokus der Nachhaltigkeitsdebatte. Und das auch aus gutem Grund: Ein mehrtägiges Festival mit Zehntausenden von Besucherinnen und Besuchern bedeutet hohe Emissionen, jede Menge Abfall und ein massiver Energieverbrauch. Mehr und mehr Veranstalter gehen die nächsten Schritte und übernehmen Verantwortung, um grünere Events zu organisieren. Doch wo fängt man da an? Und welche Maßnahmen machen wirklich einen Unterschied?
Die größten Drecksschleudern: Hier gibt es am meisten Verbesserungspotenzial
Schätzungen zeigen, dass ca. 65 % der CO₂-Emissionen eines Festivals beim Transport der Besucherinnen und Besucher entstehen, direkt gefolgt von Speisen und Getränken mit einem Wert von 25 bis 30 %. Genaue Zahlen sind nur schwer zu erfassen und unterscheiden sich von Event zu Event, aber der Trend ist klar: Hier gibt es am meisten zu gewinnen. Energieverbrauch, Wasserverbrauch und Abfall tragen erheblich zum Gesamtfußabdruck bei und bieten riesige Chancen für Verbesserungen.
In der Praxis wird den sichtbarsten Maßnahmen oft die größte Aufmerksamkeit zuteil. Beispielsweise wiederverwendbare Becher, Bambusbesteck oder recycelte Deko. Diese sind für die Wahrnehmung von Nachhaltigkeit besonders wichtig, haben aber nicht unbedingt die größten Positiveffekte für die Umwelt. Wenn Sie der Umwelt wirklich etwas Gutes tun wollen, sollten Sie eine Stufe tiefer gehen und sich auf die weniger sichtbaren, aber wirkungsvollen Aspekte konzentrieren.
Praktische Nachhaltigkeit: vom Standort bis zur Toilette
Nachhaltige Planung fängt mit smarten Entscheidungen an. Diese Bereiche haben spürbares und direktes Verbesserungspotenzial:
1. Standort
Entscheiden Sie sich für einen Veranstaltungsort, der gut mit dem ÖPNV erreichbar ist und über Netzanschluss verfügt. Mojo spart beispielsweise Tausende Liter Diesel bei Lowlands, indem sie den Netzstrom aus dem benachbarten Vergnügungspark Walibi nutzen.
2. Energie
Ersetzen Sie umweltschädliche Generatoren durch Netzstrom, Batteriepacks oder Solarmodule. Manche Festivals versuchen sich sogar an wasserstoffbetriebenen Generatoren.
3. Wasserverbrauch
Nutzen Sie Vakuumtoiletten, die bis zu siebenmal weniger Wasser verbrauchen. Mysteryland und Mojo experimentieren auch gerade mit der Verwendung von Oberflächenwasser anstelle von Trinkwasser.
4. Abfall
Vermeiden Sie Abfall und Müllansammlungen mit wiederverwendbarem Geschirr und klarer Mülltrennung. Einige Festivals nutzen farbcodierte Beutel für verschiedene Abfallströme. Die Ergebnisse variieren, doch in jedem Fall schärft es das Bewusstsein.
5. Speisen und Getränke
Speisen sind die zweitgrößte Emissionsquelle. Setzen Sie auf ein hauptsächlich vegetarisches oder veganes Menü – das machen immer mehr Festivals.
Festivals als Testgelände für Verhaltensänderungen in der Bevölkerung
Ein Festival bedeutet nicht einfach nur Party. Hier kann man sich einiges an Inspiration holen. Besucherinnen und Besucher sind offen für neue Erfahrungen und eher bereit, nachhaltige Verhaltensweisen zu pflegen, gerade, wenn Sie es ihnen besonders einfach machen.
Als Veranstalter haben Sie jede Menge Einfluss durch die Gestaltung des Standorts, Ihr Angebot und Ihre Art der Kommunikation. Klar ausgeschilderte Recyclingstationen, Rabatte für den ÖPNV oder vegetarische Speisen als Standard – genau an diesen Stellen lassen sich Emissionen erheblich reduzieren und Sie können die Besucherinnen und Besucher schrittweise an Nachhaltigkeit gewöhnen.
Verhaltensforschende nennen das „Prägung“. Demnach behalten Menschen Gewohnheiten bei, die sie während des Events gepflegt haben. So hilft Ihr Festival, gesamtgesellschaftliche Veränderungen umzusetzen, die auch außerhalb des Festivalgeländes Alltag werden.
Smarte Nachhaltigkeit: Hier fangen Sie als Veranstalter an
Beginnen Sie dort, wo am meisten Potenzial liegt: Verkehr, Verpflegung und Energie. Das sind die größten Emissionsverursacher und Ihr Ass im Ärmel für nachhaltigen Wandel. Wählen Sie einen barrierefreien Standort, arbeiten Sie mit nachhaltigen Caterern zusammen oder schauen Sie sich energiesparende Lösungen an. Mit gezielten Entscheidungen kommen Sie schnell voran.
Außerdem kommt es auf die Kommunikation an: Seien Sie transparent über Ihre Arbeitsweise, warum Sie so vorgehen und woran Sie gerade arbeiten. So nehmen Sie Ihre Zielgruppe mit auf den Weg und integrieren Nachhaltigkeit als festen Bestandteil in Ihr Event.
No Risk greift Ihnen unter die Arme
Für eine nachhaltige Organisation braucht es smarte Entscheidungen – und das geht manchmal mit neuen Risiken einher. Beispielsweise innovative Energieversorgung, sich veränderndes Besucherverhalten oder strengere Umweltvorschriften.
Mit uns haben Sie diese Risiken im Griff. Wir bewerten die Versicherbarkeit und beraten Sie zur passenden Deckung für Ihre nachhaltigen Entscheidungen – vom kreisförmigen Bühnenbild bis hin zu alternativen Energiequellen. So sind Sie bestens vorbereitet.
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